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Superfoods

Chlorella – die grüne Superfood-Mikroalge

Mann um die 50 watet an einem Sommermorgen barfuß durch einen klaren Bach und dreht einen Stein um

Seit geraumer Zeit liegen Algen in Bezug auf eine gesunde Ernährungsweise und körperliches Wohlempfinden im Trend. Doch was steckt dahinter? Sind Algen so gesund, wie ihr Ruf es vermuten lässt? Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die kleine grüne Mikroalge, die Großes kann. Sie werden staunen, was alles in ihr steckt!

Chlorella – was genau ist das?

Nahaufnahme grüner Algen im Wasser, im Gegenlicht leuchtend

Die Chlorella ist eine einzellige Mikroalge (Grünalge). Der Name entstammt den lateinischen Wörtern „chloros“, was „grün“ bedeutet, und der Endung „-ella“, welche für „klein“ steht. Tatsächlich sind die Algen so mikroskopisch klein (etwa 2-10 µm), dass sie einzeln nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Ihr natürlicher Lebensraum sind stehende oder fließende Süßgewässer. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit Chlorella meist die Chlorella vulgaris gemeint, obwohl es 24 Chlorella-Unterarten gibt. Die Chlorella-Algen werden zu den ältesten Lebensformen der Erde gezählt. 

(Über-)lebenswichtig

Das Besondere der Süßwasseralge sind zum einen die enorme Nährstoffdichte und der hohe Protein-Gehalt von 60 %, aber auch die Tatsache, dass diese dank des hohen Chlorophyll-Anteils über eine starke Photosynthese-Aktivität verfügt und damit die Existenzgrundlage für den menschlichen und tierischen Lebensraum bereitstellt. Endprodukt dieses biochemischen Vorgangs ist nämlich zum großen Teil Sauerstoff, den wir zum Atmen und Leben brauchen. 

Chlorophyll, das grüne Blut

Das grüne Pflanzenpigment ähnelt in seiner chemischen Struktur dem Hämoglobin (roter Blutfarbstoff des Menschen), dadurch hat es sich den Namen „grünes Blut“ verdient. Hämoglobin bindet Sauerstoff in der Lunge und wird dann über den arteriellen Blutstrom im ganzen Körper verteilt. Die Aufgaben der verschiedenen Chlorophyll-Typen wiederum bestehen darin, Sonnenlicht zu absorbieren, die aufgenommene Lichtenergie weiterzuleiten und diese in chemische Energie (ATP) umzuwandeln. Chlorophyll hat beim Menschen antioxidatives und entgiftendes Potenzial gezeigt (siehe unter „So wirkt Chlorella“).

Müllabfuhr für den Körper

Chlorella hat eine hohe Bindungskapazität und ist dadurch in der Lage, die Gewässer, in denen sie lebt, zu filtern, von Schwermetallen und Giften zu befreien und so die Lebensbedingungen zu optimieren. Von diesem Prinzip kann auch der Mensch profitieren und die Kugelalge im Rahmen einer Entgiftungs-/Detox-Kur oder auch täglich (vorbeugend) einnehmen. 

Nährstoffbombe – Die guten Inhaltsstoffe der Chlorella

In der Chlorella finden sich zahlreiche Mikro- und Makronährstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-Fettsäuren), Proteine, essenzielle Aminosäuren (also solche, die der Körper selbst nicht herstellen kann), Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe (dazu zählt auch das Chlorophyll). 

Chlorella ist eine (für Veganer und Vegetarier) geeignete Quelle für Vitamin B12 (Cobalamin). Dieses Vitamin kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. 100 g Chlorella enthalten ungefähr 100 µg Vitamin B12.

Vitamin B12 

  • trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
  • trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
  • trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • hat eine Funktion bei der Zellteilung.

Chlorella und Spirulina ansehen

So wirkt Chlorella

Chlorella zeigt ein breites Anwendungsspektrum und hat in mehreren wissenschaftlichen Studien gesundheitsfördernde Effekte zutage gebracht:

Bindung unangenehmer Körpergerüche und Verdauungsförderung

Chlorella bekämpft Körper- und Stuhlgerüche. Es hilft außerdem bei der Linderung chronischer Verstopfung und übermäßigen Blähungen (1). 

Leberschützend

Eine Studie zeigte, dass die Gabe von Chlorella bei einer nichtalkoholischen Fettleber als leberschützende Ergänzung dient und mit günstigen Auswirkungen auf die Serumspiegel von Transaminasen (Marker für Leber-, Herz- und Muskelerkrankungen), Triglyceriden (Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und der Insulinsensitivität verbunden ist (2). 

Entgiftung und Krebsvorbeugung

Chlorophyllin reduziert die Aflatoxin-Belastung im Körper um 55 % (3) (Aflatoxin = Schimmelpilzgift) sowie die Schwermetall-Belastung (4). Schimmelpilzgifte und Schwermetalle gelten als potenziell krebserregend.

Frau im grauen T-Shirt, über dem Oberkörper sind Lunge, Magen und Darm als Linienzeichnung eingeblendet

Stärkung des Immunsystems

Chlorella vulgaris erhöht die Anzahl der körpereigenen Immunzellen, steigert die Antitumoraktivität und schützt vor opportunistischen Infektionen (Infektion bei geschwächter Immunabwehr). Sie zeigte eine Schutzwirkung auf die Magenschleimhaut gegen ulzerogene (Geschwür auslösende) Reize (5). 

» Finden Sie passende Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung Ihres Immunsystems.

Beschleunigung der Wundheilung

Chlorella hat positive Auswirkungen auf den Heilungsprozess, Hautläsionen und die Dauer der Wundheilung (6).

Optimierte Haar- und Hautqualität

40 % der Teilnehmer einer polnischen Studie berichteten, dass sich nach der Einnahme von Chlorella vulgaris sowohl Haar- als auch Hautqualität merklich verbessert hatten (7). 

Gesteigerte Gewichtsreduktion und Verbesserung der Blutwerte

Chlorella vulgaris eignet sich als Zusatztherapie zur Gewichtsreduktion, zur Verbesserung des Blutzuckerspiegels und zur Reduzierung von hs-CRP (= hochsensitives c-reaktives Protein; Faktor zur Risikoabschätzung arteriosklerotischer Krankheiten) sowie zur Verbesserung der Leberfunktion bei Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber (8).

Die gewichtsreduzierenden Eigenschaften konnten in einer weiteren, iranischen Studie bestätigt werden. Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass sich der BMI bei den Teilnehmern reduziert hatte (9).

Antioxidans und Anhebung der Ermüdungstoleranzschwelle

Chlorella hat das Potential, oxidativen Stress abzubauen und die Ermüdungstoleranz unter Ruhebedingungen zu erhöhen (10).

Stärkung der Darmflora

Eine gestörte Darmflora findet sich bei vielen Erkrankungen. Studien zeigten: Insbesondere fermentierte Chlorella scheint sich hier positiv auszuwirken. Denn unter der Einnahme von fermentierter Chlorella vulgaris konnte ein Anstieg der Laktobazillen im Darm verzeichnet werden (11). Gleichzeitig nahm die Zahl pathologisch erhöhter E.-coli-Bakterien ab (12).

» Erfahren Sie mehr über den Darm und wie Sie die Darmflora stärken können.

Es geht noch gesünder – mit Fermentation

Die Fermentation von Mikroalgen steigert deren bioaktives Profil: Der Proteingehalt wird erhöht sowie der Gesamtphenolgehalt, der Pigmentgehalt und die antioxidative Aktivität. Freie Aminosäuren und bioaktive Peptide werden freigesetzt, die Bioverfügbarkeit verbessert und die Fettsäurezusammensetzung positiv beeinflusst (13).

Welche Alge für was? Chlorella und Spirulina im Vergleich

Spirulina ist ebenso wie Chlorella einzellig. Allerdings zählt sie nicht zu den Grün-, sondern zu den Blaualgen, die eigentlich gar keine Algen sind. Es handelt sich um Cyanobakterien. Man zählte Spirulina zur Algen-Gattung, da diese in großen Ansammlungen Algen zum Verwechseln ähnlich sehen. 

Abgesehen davon unterscheiden sich die beiden „Algen“ in der Zusammensetzung. Spirulina hat (noch) mehr Nährstoffe, Chlorella deutlich mehr Chlorophyll (grünes Pflanzenpigment). Chlorophyll ist unter anderem bekannt für seine Toxin bindenden Eigenschaften (Stichwort Entgiftung/Detox). Bei der Wahl der richtigen Alge ist es also entscheidend, was man sich erhofft. Geht es um die reine Zufuhr von Nährstoffen, kann man zu Spirulina greifen. Möchte man seinen Nährstoffbedarf natürlich decken und gleichzeitig von den entgiftenden, gesundheitsspendenden Vorteilen profitieren, ist Chlorella die bessere Wahl.

Einnahme von Chlorella

Grünes Algenpulver in einer weißen Schale, einem Glas und einem Topf auf Marmor, von oben

Chlorella gibt es als Pulver, Tabletten, Kapseln oder Presslinge zu kaufen. Für welche Darreichungsform man sich entscheidet, ist Geschmackssache. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass verkapselte Produkte vorteilhaft hinsichtlich der Bioverfügbarkeit (die besagt, wie viel eines Stoffes tatsächlich im Blut bzw. den Zellen ankommt) sind:

„Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass durch eine Verkapselung von Polyphenolen in Lebensmitteln die Bioverfügbarkeit erhöht und Wechselwirkungen mit der Lebensmittelmatrix verringert werden können […].“ (14).

Dosierung

Es gibt keine allgemeine Verzehrempfehlung bezüglich der Tagesdosis, allerdings sollte es mindestens 1 Gramm täglich sein. Mit dieser Dosierung konnten in diversen Studien bereits positive Effekte gemessen werden. Es sollten am besten die Empfehlungen des Herstellers beachtet werden. 

Nebenwirkungen von Chlorella

Chlorella gilt als allgemein gut verträglich. Zu beachten gilt jedoch, dass sich die Alge aufgrund ihrer Bindungsfähigkeit mit Schwermetallen und mitunter giftigen Stoffen anreichern kann, sofern sie in verunreinigten Gewässern gezüchtet wurde. Beim Kauf sollte man deshalb möglichst auf Bioqualität achten und gegebenenfalls überprüfen, ob das Produkt auf Schadstoffe untersucht wurde.

Häufige Fragen zu Chlorella

Welche Vorteile bietet Chlorella?

Die Chlorella-vulgaris-Alge ist eine gute Quelle für Mikro- und Makronährstoffe und besonders reich an Proteinen und Chlorophyll.

Ist Chlorella gesund?

Chlorella hat in vielen Studien gesundheitliche Vorteile gezeigt. Sie fördert beispielsweise das Haarwachstum, die Hautqualität sowie die Wundheilung, hat eine Antikrebs-Wirkung, eignet sich zur Gewichtsreduktion, schützt die Leber und stärkt das Immunsystem.

Eignet sich Chlorella zum Entgiften?

Die Mikroalge ist in der Lage, Schwermetalle und toxische Stoffe zu binden, was sie zu einem attraktiven Entgiftungsverstärker macht.

Referenzen
  1. R W Young et al. “Use of chlorophyllin in the care of geriatric patients” (1980).
  2. Yunes Panahi et al. “Investigation of the effects of Chlorella vulgaris supplementation in patients with non-alcoholic fatty liver disease: a randomized clinical trial” (2012).
  3. PA Egner et al. “Chlorophyllin intervention reduces aflatoxin-DNA adducts in individuals at high risk for liver cancer” (2001)
  4. Thulasingam Senthilkumar et al. “Antihyperglycemic, antihyperlipidemic, and renoprotective effects of Chlorella pyrenoidosa in diabetic rats exposed to cadmium”, 2012
  5. Kuniaki Tanaka et al. “Oral Administration of a Unicellular Green Algae, Chiorealla vulgaris, Prevents Stress-Induced Ulcer” (1997).
  6. Sophie Hidalgo-Lucas et al. “Vorteile der oralen und topischen Verabreichung von ROQUETTE Chlorella sp. zu Hautentzündungen und Wundheilung bei Mäusen” (2014).
  7. Rzymski P, Jaśkiewicz M. Microalgal food supplements from the perspective of Polish consumers: patterns of use, adverse events, and beneficial effects. J Appl Phycol. 2017;29(4):1841-1850. doi: 10.1007/s10811-017-1079-5. Epub 2017 Feb 15. PMID: 28775657; PMCID: PMC5514198.
  8. Mehrangiz Ebrahimi-Mameghani, et.al. “Glucose homeostasis, insulin resistance and inflammatory biomarkers in patients with non-alcoholic fatty liver disease: Beneficial effects of supplementation with microalgae Chlorella vulgaris: A double-blind placebo-controlled randomized clinical trial” (2016).
  9. Yunes Panahi, et.al. “Investigation of the effects of Chlorella vulgaris supplementation in patients with non-alcoholic fatty liver disease: a randomized clinical trial” (2012).
  10. Hirotaka Okada, et.al “Effect of Chlorella Ingestion on Oxidative Stress and Fatigue Symptoms in Healthy Men” (2018).
  11. Zheng et al. “The Dietary Effects of Fermented Chlorella vulgaris (CBT(®)) on Production Performance, Liver Lipids and Intestinal Microflora in Laying Hens” (2012).
  12. L. Yan, et.al. “Effect of fermented chlorella supplementation on growth performance, nutrient digestibility, blood characteristics, fecal microbial and fecal noxious gas content in growing pigs” (2012).
  13. Garofalo, C.; Norici, A.; Mollo, L.; Osimani, A.; Aquilanti, L. Fermentation of Microalgal Biomass for Innovative Food Production. Microorganisms 2022, 10, 2069. Fermentation of Microalgal Biomass for Innovative Food Production
  14. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit – Eine Aktualisierung anhand des Ernährungsberichts 2012. DGE Info (12/2014) S178–186.
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